Insulaner im Austausch mit der Landespolitik

 
Foto: Büro Beekhuis

Trafen sich zum gemeinsamen Austausch in Hannover: Umweltminister Olaf Lies (vorne rechts), Vertreterinnen und Vertreter der Wählergemeinschaft GfB und der SPD-Landtagsabgeordneter Jochen Beekhuis (vorne links).

 

Hannover/Baltrum – Am Rande des Plenums im Niedersächsischen Landtag hat sich eine achtköpfige Gruppe der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Baltrum (GfB) mit Umweltminister Olaf Lies (SPD) und dem SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Beekhuis zu einem Gespräch getroffen. Die Insulanerinnen und Insulaner hatten die Reise in die niedersächsische Landeshauptstadt mit einer ganzen Reihe von Themen im Gepäck gemacht.

 

Von besonderer Bedeutung war für sie die angedachte Umwidmung der Strandhalle Ost in eine Diskothek, um Jugendlichen und Mitarbeitern der Inselbetriebe einen abgeschiedenen Treff- und Veranstaltungsort anzubieten. Hier erklärte sich das Umweltministerium als oberste Baubehörde des Landes bereit, den Fall zu prüfen.

Ein weiteres Thema war die Ausweitung von Beweidungsflächen für Pferde. „Baltrum ist eine Pferdeinsel. Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt es unbedingt zu erhalten, wenn wir auch in Zukunft autofrei bleiben wollen“, so die Vertreter von GfB. Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Thema nur gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung gelöst werden kann. Ziel müsse es sein, dass Weideverein und Nationalparkverwaltung gemeinsam potentielle Flächen suchen und diese sukzessive ausweiten. „Wir dürfen nicht den Fehler machen und den Schutz des Nationalparks als Widerspruch zu wirtschaftlichen Interessen sehen. Vielmehr gehen Naturschutz und wirtschaftliche Prosperität Hand in Hand“, machte Olaf Lies deutlich.

Auch das Problem der zunehmenden „Lichtverschmutzung“, vorrangig durch die zahlreichen Windkraftanlagen, wurde diskutiert. Laut Minister Olaf Lies zeichnet sich hier eine bundesweite Lösung ab, die dafür sorgen soll, dass die rote Nachtbefeuerung von Windenergieanlagen künftig nur noch aktiv wird, wenn sich Flugzeuge nähern. Eine technische Lösung mittels Radar sei schon heute verfügbar. In diesem Rahmen verwiesen die anwesenden Vertreter des Umweltministeriums auch auf das Programm „Dark Sky Welterbe Wattenmeer“ der Insel Ameland. Ziel dieses Programms ist es, komplette Gebiete ohne Lichtverschmutzung zu schaffen. Von einer Umstellung auf eine nachhaltige und umweltgerechte Beleuchtung könnten dabei Mensch und Tierwelt gleichermaßen profitieren.

Zum Abschluss des Gesprächs dankte der SPD-Landtagsabgeordnete Jochen Beekhuis, der den Termin organisiert und koordiniert hatte, allen Beteiligten für das konstruktive Gespräch. „Ein solcher Austausch, wie wir ihn geführt haben, ist aufgrund der Distanzen nicht immer ganz ohne Probleme machbar. Umso wichtiger war es, dass wir heute die gesamte Bandbreite von Themen diskutieren konnten. Diesen persönlichen Austausch sollten wir verstetigen und auch auf der Insel im Rahmen eines Besuches fortführen“, so Beekhuis.